Depression am Auge ablesen


Diagnose im Augenblick?
Depression am Auge ablesen

Genügt in Zukunft vielleicht schon ein Blick in die Augen für die Diagnose „Depression“? Ganz so einfach ist die Sache nicht. Aber in einer aktuellen Untersuchung ließ sich die Antriebsstörung depressiver Menschen tatsächlich an der Pupille erkennen.

Keine Lust zu gar nichts

Ein Kardinalsymptom der Depression ist, dass Betroffene zu nichts mehr Lust zu haben, im Extremfall sind sie sogar völlig teilnahmslos. Diese Antriebslosigkeit lässt sich objektiv im Gehirn nachweisen, weil sich dort die neuronalen Signale verändern. Um diese aufzuzeichnen, ist jedoch eine aufwändige Untersuchung, nämlich die Magnetresonanztomografie, erforderlich.

Forscher*innen des Max-Planck-Instituts (MPI) für Psychiatrie in München sind nun dabei, einen einfacheren Marker für den Antrieb und damit auch für Depressionen zu finden — die Pupillenweite. Denn beim gesunden Menschen weiten sich die Pupille in Vorfreude auf eine Belohnung (oder in Befürchtung auf einen Verlust). Ob diese Reaktion womöglich bei depressiven Menschen beeinträchtigt ist, testeten die Forscher*innen mit Hilfe von 46 schwer depressiven und 25 psychisch gesunden Menschen.

Geldgewinn als Hirnanreiz

Dazu steckte man jede Proband*in in die Röhre eines Magnetresonanztomografen. Darin nahmen sie an einem Spiel teil, in dem sie kleine Geldbeträge gewinnen konnten. Gleichzeitig wurden Hirnaktivität und Pupillenweite gemessen.

Bei den Gesunden weiteten sich die Pupillen jedesmal, wenn sie vor einem Gewinn standen. Außerdem erhöhte sich die Aktivität in den Hirnregionen, die für den Antrieb zuständig sind. Bei den depressiven Menschen war das anders: Je stärker die Depression war und je mehr Symptome vorlagen, desto geringer fiel die Erweiterung der Pupillen aus, wobei auch gleichzeitig die Aktivität des Antriebszentrums verringert war.

Depressionsdiagnose erleichtert?

Einfach ist die Messung der Pupillenweite nicht. Zum einen müssen die Personen dazu besonders still halten, zum anderen bewegen sich die Veränderungen in minimalen Bereichen. Trotzdem hoffen die Forscher*innen, daraus einen klinischen Test entwickeln zu können, der die Diagnose der Depression verbessert. Da an den Pupillen auch der Schweregrad der Depression erkennbar war, ließe sie sich womöglich auch objektiver erkennen, ob ein Menschen auf ein antidepressives Medikament anspricht. Bis zur klinischen Verwendung müssten diese Ergebnisse jedoch an einer größeren Patientengruppe bestätigt werden, heißt es vom Max Planck Institut für Psychiatrie.

Quelle: Max Planck Institut für Psychiatrie

Pollenflugkalender

Vorhersage für Neubrandenburg

News

Augentropfen: 10 häufige Fehler
Eine Frau gibt Augentropfen ins Auge sein - sie versucht dabei, das Auge nicht zu berühren, um eine Verkeimung zu verhindern.

Was schief gehen kann

Ob bei einer Bindehautentzündung, Verletzungen des Auges oder einem hohen Augendruck: Augentropfen werden in vielen Fällen verordnet. Bei der Anwendung sollte man aber einige Fehlerquellen vermeiden.   mehr

Hilfe fürs Arthroseknie
Hilfe fürs Arthroseknie

Schmerzgele und -pflaster

Kniearthrose ist schmerzhaft – doch nicht immer ist der Griff zur Tablette nötig. Denn schmerzende Kniegelenke lassen sich auch von außen effektiv behandeln. Und zwar mit Schmerzpflastern und Schmerzgelen.   mehr

Unterleibsschmerzen bei Frauen
Unterleibsschmerzen bei Frauen

Viele Ursachen behandelbar

Viele Frauen leiden regelmäßig an Schmerzen im Unterleib – zum Beispiel in Zusammenhang mit der Menstruation. Viele Frauen akzeptieren die Beschwerden, weil sie glauben, dass sich dagegen nichts tun lässt. Doch viele Ursachen sind gut behandelbar.   mehr

Alte Menschen oft falsch therapiert
Alte Menschen oft falsch therapiert

Zu wenig oder zu viele Medikamente

Eine aktuelle Gesundheitsstudie zeichnet ein alarmierendes Bild: Viele ältere Menschen in Deutschland erhalten Medikamente, die ihnen eher schaden als nutzen könnten – gleichzeitig bleibt eine notwendige Behandlung bei schweren Erkrankungen oft aus.   mehr

Übungen gegen chronische Schmerzen
Übungen gegen chronische Schmerzen

Achtsamkeit und Atmen

Viele Betroffene wissen: Chronische Schmerzen lassen sich selbst mit Medikamenten nicht immer vollständig kontrollieren. In solchen Situationen können Atemtechniken, Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsübungen helfen, besser mit den Beschwerden umzugehen.   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im Juli

Sicher feiern mit Diabetes

Sicher feiern mit Diabetes

Ob Badesee oder Festival

Grillpartys, Musikfestivals oder entspannte Nachmittage am Badesee gehören für viele Menschen zu den ... Zum Ratgeber

Notfälle A-Z

Notfälle A-Z

Ein Sturz von der Leiter, ein Nervenzusammenbruch oder gar ein plötzlicher Herzinfarkt – Erste Hilfe zu leisten, ist nicht nur Aufgabe professioneller Sanitäter, sondern eines jeden Bürgers. Das ist sogar gesetzlich festgelegt: „Unterlassene Hilfeleistung“ kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft werden. Und sich in Erster Hilfe auszukennen, kann lebensrettend sein. Die Überlebensrate nach einem Herzstillstand verdoppelt sich, wenn Laien gleich mit der Wiederbelebung beginnen. In diesem Kapitel erfahren Sie alles, um in lebensbedrohlichen Situationen optimal Hilfe zu leisten.

Mehr erfahren
Linden-Apotheke
Inhaberin Aliona Tsiple
Telefon 0395/5 44 25 81
Fax 0395/5 44 25 51
E-Mail lindenapo.nb@t-online.de