Erkältung oder Grippe?


Sieben populäre Erkältungsirrtümer
Erkältung oder Grippe?

Wenn die Erkältung uns wieder fest im Griff hat, fällt man schnell auf Werbeversprechen, Weisheiten der Kollegen oder das eigene Gesundheitsempfinden herein. Die Apothekerkammer Niedersachsen räumt mit ein paar Irrtümern rund um die Erkältung auf.
Irrtum 1: Medikamente heilen eine Erkältung im FlugDas stimmt leider nicht. Bis eine Erkältung komplett wieder abgeklungen ist, dauert es mit oder ohne Arzneimittel ungefähr 14 Tage. Eine Erkältung kann aber mit Hilfe von Medikamenten erträglicher gemacht werden. Nasenspray und Halstabletten lindern die Symptome, "heilen" können sie die Erkältung nicht. Weiterhin sollte man sich etwas Ruhe gönnen, um die Erkältung nicht zu verschleppen.

Irrtum 2: Ein Kombipräparat ist die einfachste Lösung
Falsch! Kombipräparate in flüssiger Form enthalten bis zu 18 Prozent Alkohol, beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit und sind nicht für jedermann geeignet. Diese Arzneimittel kommen daher bei Asthma, Bluthochdruck oder Erkrankungen der Schilddrüse nicht in Frage. Kinder sollten diese Medikamente ebenfalls nicht einnehmen. Die Apothekerkammer Niedersachsen rät zu einer individuell abgestimmten Medikation, die den einzelnen Symptomen gerecht wird. Wer nur Schnupfen hat, braucht kein Kombipräparat gegen Husten und Schnupfen.

Irrtum 3: Erkältung und Grippe sind identisch
Viele Erkältungsgeplagte glauben, sie hätten eine Grippe, doch hier täuscht oft das eigene Empfinden. Zwar fühlen wir uns bei einer Erkältung schlapp, eine Grippe macht uns jedoch regelrecht handlungsunfähig. Es handelt sich um eine schwere Krankheit, die insbesondere für alte und schwache Menschen tödlich verlaufen kann. Eine Erkältung entwickelt sich schleichend, eine Grippe dagegen startet sofort mit Fieber, Schüttelfrost und Appetitlosigkeit. Das matte Gefühl hält auch nach der Erkrankung lange an. Bis sich ein Grippekranker wieder komplett erholt hat, können Wochen oder gar Monate vergehen. Eine Erkältung ist dagegen harmlos.

Irrtum 4: Hausmittel bringen nichts
Falsch! Hausmittel sind sehr effektiv. Am Anfang einer Erkältung empfehlen Apotheker bei Frösteln oder Schnupfen eine Schwitzkur mit Linden- oder Holunderblütentee. Mithilfe nasser Tücher in der Wohnung kann man die Luftfeuchtigkeit erhöhen und die Schleimhäute feuchthalten. Malventee hilft gegen Hustenreiz, Thymiantee löst den Schleim. Tees sind immer eine gute Maßnahme, da gerade Kranke viel warme Flüssigkeit zu sich nehmen sollten. Wer kein Fieber hat, kann auch ein Bad mit ätherischen Ölen nehmen, sonst ist eine Inhalation die bessere Lösung.

Irrtum 5: Husten ist ein Erkältungsymptom
Husten ist nicht gleich Husten. Betroffene sollten in der Apotheke immer erst ihre Symptome beschreiben. Handelt es sich um trockenen Reizhusten oder um schleimlösenden Husten? Der Apotheker kann eine Therapie empfehlen oder zu einem Arztbesuch raten.

Irrtum 6: Bei einer Erkältung braucht man keinen Arzt
Eine Erkältung ist in den meisten Fällen harmlos. Wer aber starke Symptome oder länger als drei Tage Fieber hat, sollte dringend einen Arzt aufsuchen. Bei Säuglingen, immungeschwächten Personen oder älteren Menschen ist Vorsicht geboten.

Irrtum 7: Erkältung kommt von Kälte

Das stimmt nur bedingt. Erkältungen werden überwiegend von Viren ausgelöst. Bei einem starken Immunsystem können Viren nichts ausrichten, auch nicht, wenn man ein bisschen friert. Bei einem schwachen Immunsystem haben Viren bei einer Verkühlung eine gute Angriffsfläche. Hier ist der Körper schnell mit der Abwehr überfordert. Ein weiteres Problem sind die durch Heizungsluft und Kälte ausgelösten trockenen Schleimhäute. So können die Viren leicht in den Körper eindringen. Hier helfen Sprays, die die Schleimhäute feucht zu halten.

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