Salz: Verzichten oder ersetzen?


Für Herz und Gefäße
Salz: Verzichten oder ersetzen?
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Salzverzicht gehört zu den Basismaßnahmen bei der Behandlung von Bluthochdruck. In manchen Fällen reicht das nicht – dann ist der Salzersatz besser.

Salz als Hochdrucktreiber

Salz gilt als zentraler Treiber für Bluthochdruck. Es bindet Wasser im Körper und erhöht dadurch das Blutvolumen und damit den Druck in den Gefäßen. Indem Salz die Produktion von Stickstoffmonoxid hemmt, trägt es außerdem zur Verengung der Gefäße bei – was ebenfalls den Blutdruck erhöht.

Nimmt man nur wenig Salz auf, sind diese Effekte nicht dramatisch. Die heute übliche Ernährung enthält jedoch weit mehr Salz als physiologisch gesund ist. In Deutschland liegt der Salzkonsum von Männern bei durchschnittlich 10 Gramm, der von Frauen bei 8,4 Gramm pro Tag. Das ist fast doppelt so viel wie die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt.

Insbesondere Bluthochdruckkranken wird zu einer Ernährung mit weniger Salz geraten. Als Obergrenze gelten 5 Gramm pro Tag. Wie der Körper individuell auf Salz reagiert, hängt allerdings von der Nierenfunktion, vom Hormonhaushalt und von der genetischen Veranlagung ab. Deshalb ist nur etwa jede zweite Hochdruck-Patient*in salzsensitiv und profitiert von einem Salzverzicht.

70 g Kochsalz, 30 g Kaliumsalz

Manche Expert*innen halten es deshalb für sinnvoller, nicht generell auf Salz zu verzichten. Stattdessen empfehlen sie einen Salzersatz. Dabei wird das aus Natriumchlorid bestehende normale Kochsalz zum Teil mit Kaliumchlorid (KCl) ersetzt. In Studien konnte man durch den Salzersatz (70% Kochsalz, 30% KCl) die Häufigkeit von Schlaganfällen stärker senken als durch eine Salzreduktion, berichtet Professor Florian Limbourg von der Medizinischen Hochschule Hannover.

Der Experte für Nieren- und Hochdruckerkrankungen empfiehlt inzwischen den meisten seiner Patient*innen kaliumhaltigen Salzersatz. Mischen kann man sich dieses Salz leicht selbst: Zum Beispiel aus 70 Gramm Kochsalz plus 30 Gramm Kaliumchlorid.

Nicht für alle geeignet

Allerdings ist der Salzersatz mit Kaliumchlorid nicht für alle Menschen geeignet. Wer unter einer schweren Nierenerkrankung oder einer Herzschwäche leidet, sollte auf das kaliumreiche Salz besser verzichten. Gleiches gilt für diejenigen, die eine Entwässerungstherapie mit Spironolacton erhalten oder aus anderen Gründen zu hohen Kaliumwerten im Blut neigen. Im Zweifel sollte man vor einem Salzwechsel erst einmal die Hausärzt*in um Rat fragen.

Quelle: Springer Medizin

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