App hilft Frauen mit Harninkontinenz


Jede Vierte wieder „trocken“
App hilft Frauen mit Harninkontinenz
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Mit einer Harninkontinenz zu leben ist alles andere als angenehm, denn die Behandlung gestaltet sich oft schwierig. Doch jetzt gibt es digitale Hilfe: Ein Therapieprogramm per App besserte die Beschwerden betroffener Frauen ganz erheblich.

Harnverlust beim Niesen oder unerbittlicher Harndrang

Die Harninkontinenz ist ein häufiges Problem von Frauen. Jede dritte bis vierte soll im Verlauf ihres Lebens zumindest vorübergehen darunter leiden, insbesondere im Alter. Am häufigsten sind die Belastungsinkontinenz und die Dranginkontinenz. Bei der Belastungsinkontinenz geht z. B. beim Niesen oder Lachen Harn ab, bei der Dranginkontinenz kommt es zu plötzlichem und unkontrollierbarem Harndrang.

Behandelt wird meist mit einer Änderung des Lebensstils, Verhaltenstraining und der Stärkung des Beckenbodens mittels Physiotherapie. Alles unter einen Hut zu bringen, fällt Betroffenen oft nicht leicht. Zudem ist es schwierig, Termine zum Erlernen des Beckenbodentrainings zu bekommen. Doch jetzt gibt es Hilfe in Gestalt einer App mit dem Namen „Kranus Mictera“.

App gegen Harninkontinez entwickelt

In dieser App steckt ein von Expert*innen entwickeltes zwölfwöchiges Therapieprogramm, das Blasentraining, Beckenbodentraining, mentales Training, eine personalisierte Physiotherapie und ein Miktionstagebuch miteinander verknüpft. Dass die App funktioniert, wurde jetzt in einer Studie mit 194 betroffenen Frauen nachgewiesen. Sie litten an einer Dranginkontinenz, einer Belastungsinkontinenz oder einer gemischten Form.

Alle Frauen erhielten die Standardtherapie, bei der auch blasenwirksame Medikamente erlaubt waren. 96 Frauen nutzten zusätzlich die neue App, die restlichen Frauen waren die Kontrollgruppe.

Nach zwölf Wochen war die Gruppe mit der App signifikant im Vorteil. Bei ihnen war die Häufigkeit der Inkontinenzepisoden um gut 60% zurückgegangen, in der Kontrollgruppe nur um 1,7%. Die Forschenden berechneten, dass die Frauen mithilfe der App durchschnittlich 2,3 Harnverlustepisoden weniger hatten als vorher. Ohne die App war keine Verbesserung spürbar.

Fast ein Viertel wieder kontinent

23% der App-Nutzerinnen war nach zwölf Wochen nicht mehr inkontinent (in der Kontrollgruppe waren dies nur 2%). Sie benötigten deutlich weniger Vorlagen und mussten seltener die Blase entleeren. Die Blasenkapazität, also die Menge Urin, die die Blase halten kann, nahm um rund 30% zu. Insgesamt waren die Frauen mit der App sehr zufrieden, 79% von ihnen würden sie weiterempfehlen.

Die Forschenden heben hervor, dass Frauen aller Altersstufen von der App profitieren. Am größten war der Effekt bei den Über-60-Jährigen und bei Betroffenen mit einem BMI zwischen 25 und 30.

Inkontinenzapp als Kassenleistung

Die geteste App (Kranus mictera) wird nach Angaben des Herstellers von den gesetzlichen Krankenkassen zu 100% erstattet.

Quelle: Springer Medizin

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