Tödliche Herzerkrankungen


Soziale Faktoren haben Einfluss
Tödliche Herzerkrankungen

Das Risiko, an einer Herzkrankheit zu versterben, ist in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit und hohem Anteil an Schulabgängern besonders hoch. Experten fordern deshalb soziale Faktoren bei der Prävention von Herzerkrankungen stärker zu berücksichtigen.

Regionales Ungleichgewicht zwischen Ost und West

Im Ländervergleich haben die östlichen Bundesländer die höchsten Sterberaten bei Herzerkrankungen. Im Jahr 2013 starben in Sachsen-Anhalt 389 von 100.000 Bewohnern an einer Herzerkrankung wie Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen, in Sachsen starben 360. Am anderen Ende der Skala befinden sich Hamburg mit 214 und Berlin mit einer Sterbeziffer von 193. Die Unterschiede der Sterbezahlen sind auf unterschiedliche Faktoren zurückzuführen, zum Beispiel auf die Altersstruktur der Bevölkerung oder die Ärztedichte. Darüber hinaus scheinen der sozioökonomische Status der Einwohner und das jeweilige Gesundheitsbewusstsein eine Rolle zu spielen.

Herzerkrankungen: Hohe Arbeitslosenquote, hohes Risiko

In Bundesländern mit einer überdurchschnittlich hohen Herzinfarktsterblichkeit treten die wichtigsten Risikofaktoren für Koronare Herzkrankheit (KHK) und Herzinfarkt häufiger auf. Dazu zählen insbesondere Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht und metabolisches Syndrom. „Zugleich zeigt unsere Analyse ganz deutlich, dass auch sozial ungünstige Aspekte wie hohe Arbeitslosigkeit und ein hoher Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss in diesen Regionen stärker vertreten sind und für die Erklärung der überdurchschnittlichen Infarktsterblichkeit eine wichtige Rolle spielen“, bestätigt Prof. Dr. med. Andreas Stang, Leiter des Zentrums für Klinische Epidemiologie (ZKE) am Universitätsklinikum Essen.

Experten fordern: soziale Faktoren in den Fokus der Prävention

Gesundheitsexperten sehen daher dringlichen Handlungsbedarf für die Gesundheitspolitik. Zu wünschenswerten Präventionsmaßnahmen zählen sie unter anderem Bewegungsprogramme in Betrieben und Schulen, eine Verschärfung des Nichtraucherschutzes und verstärkte Aufklärung über die Bedeutung des gesunden Lebensstils für die Herzgesundheit. „Soziale Faktoren müssen dabei unbedingt in den Fokus der Prävention genommen werden. Denn drohende oder bestehende Arbeitslosigkeit begünstigen einen ungesunden Lebensstil etwa durch Stress, Depression, sportliche Inaktivität und ungesunde Ernährung und infolgedessen das Risiko für KHK und Herzinfarkt“, warnt Prof. Stang.

Menschen für Vorsorge-Check-ups gewinnen

Um die erhöhte Herzinfarktsterblichkeit in den Griff zu kriegen, müssen insbesondere die „stillen Killer“ Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörung durch Vorsorge-Check-ups früh entdeckt und konsequent behandelt werden. „Die Zahl der unentdeckten Hochdruckpatienten und Diabetiker geht in die Millionen. Deshalb müssen gerade in diesen Regionen die Menschen für die Bedeutung der Messung von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker ab 40 Jahren, bei familiärer Vorbelastung noch früher, sensibilisiert werden.“

Quellen:

Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Herzstiftung.

Pollenflugkalender

Vorhersage für Neubrandenburg

News

Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht
Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht

Ob Fehlgeburt oder Abtreibung

Abtreibung führt zu Brustkrebs! Diese Parole wird seit Jahren immer wieder ins Feld geführt, um schwangere Frauen von einem Abbruch abzuhalten. Dass das nicht stimmt, wird durch eine finnische Studie erneut untermauert.   mehr

Rezepte gegen Kater
Rezepte gegen Kater

Zu tief ins Glas geschaut?

Ob Familienfeier, Biergartenausflug oder Party: Wer beim Alkohol über die Stränge schlägt, bezahlt das am nächsten Tag meist mit einem Kater. Was hilft dagegen?   mehr

Blutdruckmessen will gelernt sein

Mann sitzt an einem Tisch und misst sich mit einem Blutdruckmessgerät selbst den Blutdruck.

Achtung Armhaltung!

Für eine korrekte Blutdruckmessung ist nicht nur ein geeignetes Gerät wichtig. Auch die Armhaltung muss stimmen – sonst kommen dabei leicht falsche Werte heraus.   mehr

Was tun gegen Cholesterin
Eine Person rührt Eier in einer Schüssel

Diät oder Therapie?

Die Frage beschäftigt Menschen mit zu hohen Cholesterin schon lange: Muss ich bei erhöhten Cholesterin-Werten auf das Frühstücksei verzichten? Und umgekehrt: Reicht eine Diät möglicherweise aus, um die Werte zu senken?   mehr

Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung
Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung

Bringt das was?

Für Menschen mit Diabetes ist es heutzutage normal: die kontinuierliche Messung des eigenen Blutzuckers. Doch ist die Methode auch für Gesunde sinnvoll?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im Mai

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Temperaturalarm im Kinderzimmer

Wie misst man die Temperatur am besten? Muss man Fieber senken? Und vor allem: Wann muss das Fieberk ... Zum Ratgeber

Notfälle A-Z

Notfälle A-Z

Ein Sturz von der Leiter, ein Nervenzusammenbruch oder gar ein plötzlicher Herzinfarkt – Erste Hilfe zu leisten, ist nicht nur Aufgabe professioneller Sanitäter, sondern eines jeden Bürgers. Das ist sogar gesetzlich festgelegt: „Unterlassene Hilfeleistung“ kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft werden. Und sich in Erster Hilfe auszukennen, kann lebensrettend sein. Die Überlebensrate nach einem Herzstillstand verdoppelt sich, wenn Laien gleich mit der Wiederbelebung beginnen. In diesem Kapitel erfahren Sie alles, um in lebensbedrohlichen Situationen optimal Hilfe zu leisten.

Mehr erfahren
Linden-Apotheke
Inhaberin Aliona Tsiple
Telefon 0395/5 44 25 81
Fax 0395/5 44 25 51
E-Mail lindenapo.nb@t-online.de